Frankfurter Umbruch mit Einnahmen über 200 Mio? Abgangskandidaten von Bahoya bis Uzun

Eintracht Frankfurt auf Rekordjagd: Mögliche Transfers könnten Einnahmen auf neues Hoch treiben
Eintracht Frankfurt befindet sich auf einem vielversprechenden Kurs, die Einnahmen aus Transfererlösen in der aktuellen Saison 2024/25 erneut deutlich zu steigern und so ihren eigenen Rekord aus der Spielzeit 2023/24 zu übertreffen. Damals generierte der Bundesligist bereits einen Transferrekord von 149,5 Millionen Euro, der unter anderem durch den Verkauf von Topspielern wie Randal Kolo Muani ermöglicht wurde. Nun zeichnen sich erneut wegweisende Veränderungen am Kader ab, die für den Verein erneut hohe Einnahmen versprechen.
Sportvorstand Markus Krösche bestätigte bei der Vorstellung von Trainer Adi Hütter, dass der Verein auch in dieser Transferperiode gezielt Ablösesummen realisieren müsse, die Teil des langfristigen wirtschaftlichen Wegs der Eintracht seien. „Ich habe mit Adi sehr transparent über die aktuelle Situation gesprochen. Dazu gehört auch, dass wir als Verein Transfererlöse erwirtschaften müssen“, so Krösche in seinen jüngsten Statements. Der eingeschlagene Finanzkurs deutet darauf hin, dass die Frankfurter in diesem Sommer größere Verkäufe anstreben.
Im Fokus stehen vor allem drei Spieler, deren Wechsel in die Premier League als wahrscheinlich gehandelt wird. Die Boulevardzeitung „Bild“ nannte am Sonntag die Namen des Verteidigers Arthur Theate (26), des Mittelfeldtalents Hugo Larsson (21) sowie des Außenstürmers Jean-Mattéo Bahoya (21). Zusammengenommen könnten diese drei Transfererlöse von etwa 100 Millionen Euro generieren. Dabei ist noch unberücksichtigt, dass Talente wie Nathaniel Brown (22) und Can Uzun (20) ebenfalls für millionenschwere Transfers infrage kommen. Es ist also gut möglich, dass die Einnahmen am Ende deutlich über der bislang geschätzten Summe liegen.
Arthur Theate, dessen Vertrag noch bis 2029 läuft, hat offenbar das Interesse von mehreren englischen Klubs geweckt. So stehen Nottingham Forest und AFC Bournemouth – mit Trainer Marco Rose – als Kandidaten im Raum. Theate könnte dem Vernehmen nach mit einer Ablösesumme zwischen 15 und 20 Millionen Euro den Verein verlassen. Hugo Larsson, der derzeit mit seinem Vertrag ebenfalls bis 2029 ausgestattet ist, steht auf dem Marktwert allerdings nicht mehr so hoch wie vor einigen Monaten. Trotz eines Marktrückgangs verkörpert er für Interessenten dennoch eine wertvolle Verstärkung. Allerdings gibt es aktuell keine konkreten Gerüchte um einen baldigen Wechsel des Mittelfeldspielers, zumal dieser auch bei der vergangenen Weltmeisterschaft nicht zum Einsatz kam.
Der wohl faszinierendste der drei Spieler scheint Jean-Mattéo Bahoya zu sein, dessen aktueller Vertrag bis 2029 läuft und dessen Marktwert auf bis zu 40 Millionen Euro geschätzt wird. Bahoya steht offenbar vor allem bei Tottenham Hotspur ganz oben auf der Wunschliste. Der Klub, der aus der Premier League fast abgestiegen ist, hat intern einen Umbruch eingeleitet und scheint große Hoffnungen auf den talentierten Außenspieler zu setzen. Sollte der Wechsel zustande kommen, wäre Bahoya wohl der teuerste Abgang der Frankfurter in diesem Sommer. Er ist prägend für den jungen Ehrgeiz und die Sportliche Vision der Eintracht.
Die Beziehungen zur Premier League sind für Frankfurt von großer Bedeutung. In den vergangenen sieben Jahren erzielte die Eintracht durch Transfers in die englische Liga bereits Einnahmen von rund 220 Millionen Euro. Bemerkenswert sind die Wechsel von Sébastien Haller zu West Ham in 2019 für etwa 50 Millionen Euro, Omar Marmoush zu Manchester City im Januar 2025 für 75 Millionen Euro sowie Hugo Ekitiké, der 2025 für 95 Millionen Euro nach Liverpool ging. Die Premier League bleibt somit eine der lukrativsten Plattformen für Frankfurts Verkaufsgeschäfte.
Neben den genannten Top-Kandidaten stehen auch weitere Spieler auf der Verkaufsliste. So könnten Noel Futkeu (23), Elye Wahi (23), Junior Dina Ebimbe (25), Farès Chaïbi (23), Ellyes Skhiri (31) und Nationalspieler Nnamdi Collins (22) ebenfalls potenziell die Eintracht verlassen. Futkeu hat zuletzt eine Rückkaufoption bei seinem ehemaligen Klub aktiviert, wird aber scheinbar nicht gehalten werden. Die Gesamtheit dieser Wechsel liefert dem Verein weitere Möglichkeiten, die Finanzbilanz aufzustocken und Spielraum für neue Verpflichtungen zu schaffen.
Bei den noch nicht vollständig geklärten Kandidaten ragen vor allem Nathaniel Brown und Can Uzun heraus. Brown, der mit einer Beteiligung von 56 Prozent an der Eintracht gebunden ist, steht in fortgeschrittenen Verhandlungen mit dem FC Bayern München. Die Frankfurter fordern eine Ablösesumme von rund 60 Millionen Euro für den Linksverteidiger, der sich aktuell bei der Weltmeisterschaft präsentiert. Ob die Bayern bereit sind, diesen Betrag zu zahlen, ist noch offen. Ebenso hoch liegt der angepeilte Marktwert bei Uzun, für den laut „Sky“ ebenfalls rund 60 Millionen Euro aufgerufen werden. Uzun steht unter anderem bei Galatasaray auf dem Zettel, wobei der türkische Rekordmeister bislang „nur“ rund 40 Millionen Euro als Angebot platziert hat. Ein Transfer über diese Summe würde Uzun zum teuersten türkischen Profi der Geschichte machen.
Die Teilnahme der beiden Talente an der WM bietet zudem die Chance, ihren Marktwert und damit potenzielle Ablösesummen weiter zu erhöhen. Für Eintracht Frankfurt könnte sich diese sportliche Großveranstaltung also doppelt auszahlen – sportlich durch eine starke Saison mit einem weiter konkurrenzfähigen Kader, wirtschaftlich durch mögliche Rekordeinnahmen aus dem Transfergeschäft.
Die Erwartungen sind hoch, denn der „Kicker“ berichtete, dass die Eintracht in dieser Transferperiode einen Transferüberschuss von 50 Millionen Euro erzielen müsse. Es deutet sich an, dass der Klub seinen erfolgreichen Weg der letzten Jahre im Bundesliga-Umfeld und auf dem internationalen Transfermarkt mit einem dynamischeren Kadermanagement fortsetzen will.
Unter der Leitung von Cheftrainer Adi Hütter, der kürzlich zu seinem alten Arbeitgeber zurückkehrte, bereitet sich Frankfurt gleichzeitig darauf vor, neue Talente zu integrieren. Die Kombination aus gezielten Verkäufen und klugem Einkauf wird entscheidend sein, um sportlich konkurrenzfähig zu bleiben und wirtschaftlich langfristig stabil zu agieren. Die Marktbewegungen rund um Arthur Theate, Hugo Larsson, Jean-Mattéo Bahoya sowie Nathaniel Brown und Can Uzun werden also in den nächsten Wochen mit großer Spannung verfolgt.
Die kommenden Transferaktivitäten der Eintracht könnten nicht nur den bisherigen Rekord aus der Saison 2023/24 pulverisieren, sondern auch den Weg für die ambitionierten Ziele des Klubs in den kommenden Jahren ebnen. Klar ist, dass der wirtschaftliche Spielraum durch die Ablöseerlöse wachsen und der Frankfurter Fußball zugleich durch neue Impulse und frische Talente bereichert werden dürfte. Die Fußballwelt wird beobachten, wie innovativ und erfolgreich Frankfurt die Balance zwischen Verkauf und Weiterentwicklung findet – ein Prozess, der die Eintracht auch auf der internationalen Bühne weiter etablieren könnte.
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