Erstmals seit 28 Jahren dabei „E-Auto“ statt „Dark Horse“ – Wird Österreich die WM-Überraschung?

Was ist passiert?
Österreich kehrt nach 28 Jahren Pause zurück zur Fußball-Weltmeisterschaft. Zum ersten Mal seit 1998 nimmt das „Team Austria“ nun wieder an einer WM-Endrunde teil und will dabei nicht als bloßer Außenseiter auftreten. Michael Gregoritsch, Angreifer und Schlüsselfigur des Teams, verglich die Elf von Trainer Ralf Rangnick mit einem „E-Auto“: ein leiser, aber enorm schneller Fahrtyp, der unterschätzt werden könnte. Die österreichische Mannschaft besticht durch eine Mischung aus erfahrenen Profis wie David Alaba, Marko Arnautovic, Marcel Sabitzer und weiteren, obwohl der verletzungsbedingte Ausfall von Christoph Baumgartner schmerzt.
Der entscheidende Moment für das WM-Ticket war Gregoritschs Treffer in der Qualifikation gegen Bosnien-Herzegowina, der den historischen Punktgewinn sicherte und die Euphorie im Team und im Land beflügelte. Österreich startet in der Gruppe J gegen Jordanien, gefolgt von Begegnungen mit Titelverteidiger Argentinien und Algerien. Trainer Rangnick, der seinen Vertrag bis zur EM 2028 verlängerte, setzt auf aggressives Pressing und schnelles Umschaltspiel. Sein klarer Anspruch: nicht nur teilnehmen, sondern überraschen und die Spielweise prägen.
Warum ist das wichtig?
Die Rückkehr zu einer WM-Endrunde bedeutet für Österreich eine bedeutsame sportliche Renaissance, denn 1982 erreichte das Team zuletzt die K.o.-Runde einer Weltmeisterschaft. Die aktuelle Mannschaft ist so stark wie selten zuvor, was nicht nur an den hochkarätigen Spielern liegt, sondern auch an der neuen Philosophie unter Ralf Rangnick. Der Trainer, mit einem beeindruckenden Punkteschnitt von 1,98, ist der erfolgreichste Nationalcoach der jüngeren Geschichte des österreichischen Fußballs. Seine Führung hat den Kader von einer Ansammlung einzelner Talente zu einer harmonischen, intensiven Einheit geformt.
Der deutliche Fokus auf ein aggressives, spielbestimmendes Konzept steht im Gegensatz zu früheren, vorsichtigeren Ansätzen. Dadurch sieht Rangnick sein Team nicht als bloßen Außenseiter, sondern als ernsthaften Anwärter, der über das bloße „Dabei-Sein“ hinauskommt. Die hohe Leistungsdichte im Kader und die mentale Stärke, die durch das gemeinsame Erreichen der WM-Endrunde gewachsen ist, lassen hoffen, dass Österreich nicht nur die Vorrunde überstehen wird, sondern auch im weiteren Turnierverlauf für Überraschungen sorgen kann.
Die Stimmung im Land spiegelt sich in Umfragen wider, nach denen ein Drittel der Österreicher die eigene Mannschaft als potenziellen Weltmeister sieht. Dieses Selbstbewusstsein und der unter dem neuen Trainer etablierte Offensivfußball machen Österreich zu einem Team, das man bei der WM in Nordamerika beobachten muss.
Ausblick
Der WM-Auftakt gegen Jordanien stellt die erste Bewährungsprobe dar. Für Rangnick und seine Mannschaft wäre alles andere als ein klarer Sieg eine Enttäuschung. Über das Erreichen der K.o.-Runde hinaus gibt der Trainer das klare Ziel aus, mit starker Präsenz und viel Tempo in der zweiten Turnierphase weiter zu überzeugen. Die nächsten Gegner argentinischer und algerischer Nationalmannschaften werden den Fortschritt und die Belastbarkeit des österreichischen Teams in der Gruppenphase zeigen.
Rangnicks Entscheidung, auf die Nationalmannschaft zu setzen, statt ein Engagement beim AC Mailand anzunehmen, unterstreicht seine Ambitionen mit Österreich. Seine Philosophie fordert mehr als nur stures Abwarten und defensive Sicherheit. Vielmehr sollen Tempo und hohe Intensität das Spiel prägen und den Gegner unter Druck setzen. Damit will Österreich seinen Platz nicht nur behaupten, sondern als „E-Auto“ auf der WM-Bühne aufhorchen lassen, das leise beginnt, aber schnell durchstartet.
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